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September 1987

Aus der Bezirksvertretung Porz

Auf der Tagesordnung der Porzer Bezirksvertretung standen in letzter Zeit nicht selten Poller Verkehrsprobleme. Im Mittelpunkt der Diskussion dabei häufiger die Ortsumgehung Poll d.h. die von der Verwaltung auf der Bürgeranhörung am 24.02.87 vorgestellte Trassenführung. Diese Planung stieß meines Erachtens auf der Anhörung sowie in der anschließenden öffentlichen Diskussion wohl mehr auf Kritik und Ablehnung als auf Zustimmung der Poller Bevölkerung. Bedauerlicherweise wird sie trotzdem aber vom Stadtplanungsamt wie auch der örtlichen CDU immer noch als das „non plus ultra" angesehen.

Die Poller SPD bleibt bei ihrer Auffassung, daß die vorgeschlagene Umgehungsstraße nur unzureichend zu einer Verkehrsentlastung im Ortskern Poll beiträgt und dringend weitere, zusätzliche Maßnahmen erforderlich sind.

Zur Zeit stellt die Verwaltung noch die zahlreichen Einsprüche und Anregungen Poller Bürgerinnen und Bürger zusammen. Die Bezirksvertretung wird sich damit auf einer Sondersitzung am 23. November 1987 befassen.

Die Poller Bürgerversammlung machte auch deutlich, daß eine Lösung nicht auf den „St. Nimmerleinstag" verschoben werden darf. Vorkommnisse in jüngster Zeit wie z.B. mehrere schwere Unfälle auf der Siegburger Straße oder das Verkehrschaos in Alt-Poll während der vorübergehenden Sperrung der Poller Hauptstraße im Juni dieses Jahres unterstreichen die Notwendigkeit. Auf Initiative der SPD-Fraktion beauftragte daher die Bezirksvertretung zwischenzeitlich die Verwaltung, für den gesamten Ortsbereich Poll ein umfassendes, fachlich fundiertes Verkehrslenkungs- und beruhigungskonzept zu erstellen und der Bezirksvertretung vorzulegen.

Zur Sprache kam in der letzten Bezirksvertretungssitzung auch wieder einmal die unzureichende Sperrung der Durchfahrt auf dem Westhover Weg unterhalb der Autobahn. Die losen Absperrpfähle wurden nach mehrmaligem Nachhaken und einem Ortstermin mit der Verwaltung durch neue feste Elemente ersetzt. Diese verschwanden allerdings inzwischen ebenso wie die vorherigen. Meinen Wunsch nach einer fest verschließbaren Schranke und den Hinweis auf die mangelhafte Ausschilderung der Porzer Ringstraße will die Verwaltung nun prüfen. Ziel ist es, den unnötigen Durchgangsverkehr in Richtung Porzer Kleingartenanlagen aus den engen Straßen von Alt-Poll zu nehmen. Stattgegeben wurde unserem Anliegen, die Grünfläche unterhalb der Rodenkirchener Brücke am Weidenweg durch Anbringen einer Pfostenreihe zu sichern. Der Platz direkt am Rhein diente in der Vergangenheit immer wieder manchen Autofahrern dazu, hier ihre Kraftfahrzeuge zu waschen und zu reparieren.

Einstimmig beschloß die Bezirksvertretung auch das Einsetzen von vier bis fünf Tempo-Stopp-Schwellen auf dem Poller Weidenweg in Höhe des Campingplatzes, um somit die dort bereits ausgeschilderte Höchstgeschwindigkeit von 30 - Stundenkilometern durchzusetzen. Bei einer Bürgeranhörung im Juli dieses Jahres sprach sich eine überwiegende Mehrheit der Anwohner für eine solche Maßnahme der aus. Den Antrag zur Verkehrsberuhigung auf dem Weidenweg stellte die SPD bereits im Sommer 1986.

Aufgrund eines gemeinsamen Antrags von CDU und SPD beauftragte die Bezirksvertretung im Oktober die Verwaltung, Wege und asphaltierte Flächen des Poller Festplatzes auf den Rheinwiesen instandzusetzen. Eine gründliche Renovierung und Ausbesserung ist insbesondere durch die häufigen Hochwasser der letzten Jahre notwendig geworden. Da der Platz fast täglich von vielen Bürgern zu Sport und Spiel genutzt wird, hoffen wir auf das baldige Tätigwerden der zuständigen Verwaltung.

Obgleich die Porzer Bezirksvertretung bereits im Januar 1985 auf Antrag der SPD die Stadtverwaltung aufforderte, mit dem Landschaftsverband Rheinland Verhandlungen aufzunehmen, um eine Vorwegweisung auf das Poller und Deutzer Gewerbegebiet für den LKW-Verkehr auf der Autobahn (A 4) und einen Hinweis auf das bestehende LKW-Verbot auf der Siegburger Straße anzubringen. Die Kontaktaufnahme mit dem Landschaftsverband wurde uns zwar bestätigt, ein Ergebnis bis jetzt allerdings nicht mitgeteilt. Auf eine erneute Anfrage im Juli 1987 wurde uns eine schriftliche Antwort des Reiierungsprisidenten in Aussicht gestellt. Auch diese steht bedauerlicherweise noch aus. In der Novembersitzung werde ich erneut an das Thema erinnern, in der Hoffnung den unerträglichen LKW-Verkehr auf der Siegburger Straße und dem Sandberg vielleicht doch etwas zu vermindern.

Ihr Ingo Jureck / SPD-Ortsverein Poll









Quelle: V.I.S.D.P.: SPD Poll, Siegburger Str. 280, 5000 Köln 91 / EXTRA 1987

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