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Siedlergemeinschaft Köln-Poll
feierte 50jähriges Bestehen

Ihr 50jähriges Bestehen feierte in diesen Tagen die Siedler Gemeinschaft Köln-Poll. Anlass genug, dies mit einer Festveranstaltung im Poller DLRG-Haus zu begehen und einen Blick auf vergangene Zeiten zu werfen.

Blicken wir zurück in die Jahre 1930-1932. In Deutschland herrschte Massenarbeitslosigkeit und auch zahlreiche Fachkräfte saßen auf der Straße. Um nicht untätig zu bleiben und um die Zeit sinnvoll zu nutzen, schlossen sich einige von ihnen 1932 zum Verein »Vorstädtische Randsiedlung« zusammen, mit dem Ziel in Poll eine größere Wohnsiedlung zu schaffen. Nachdem zahlreiche Schwierigkeiten aus dem Weg geräumt werden mussten, es war das erste Mal in Deutschland, daß so etwas gemacht wurde, begann man mit dem Abriss von Häusern in der Innenstadt. Das dort gewonnene Baumaterial wurde dann Tag für Tag bis in die späten Abendstunden per Handwagen nach Poll gebracht, wo am "Poller Damm" ein großer Lagerplatz entstand, auf dem im Frühjahr 1933 über eineinhalb Millionen Steine aufgestapelt waren. Nach und nach entstanden dann zahlreiche kleine Häuschen, wobei hohe Anforderungen an jeden einzelnen Siedler gestellt wurden, da wegen fehlender Maschinen die körperliche Arbeitskraft ausschlaggebend war.

Der erste Bauabschnitt wurde im Jahre 1936 beendet, der zweite kurz vor Beginn des zweiten Weltkrieges. Die fast sechs Jahre dauernden Luftangriffe haben dann viel Leid in der Siedlergemeinschaft hinterlassen und viele Siedler standen vor dem Ruin. In dieser, auch geldlichen Not, kam der Wiederaufbau nur langsam zustande. Die offene Bauweise hat manches Siedlerhaus dann in einem neuen Baustil erstehen lassen, so daß heute ein anderes Gesamtbild zu ersehen ist.

Im Jahre 1950 kam es leider zur Liquidation des Vereins, doch sorgten einige Altmitglieder für eine Neugründung unter dem jetzigen Namen »Siedlergemeinschaft Köln-Poll«. Dies ist der Stand im Frühjahr 1983 und anlässlich der Festveranstaltung konnte der 1. Vorsitzende, Otto Pakendorf, insgesamt 95 Mitglieder begrüßen. Anschließend konnte er 18 Siedler für ihre lange Vereinszugehörigkeit auszeichnen. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung durch die Poller Nachwuchsorgelkünstlerin Michaela Ertlmeier, dem Männergesangverein Poll, den "Ihrefelder Zigeuner vun 1965 e.V." und dem "Pollonia Trio". Danach wurde dann bis in die späte Nacht getanzt.

In der Gracht

Quelle: Gesehen, gehört, erzählt von … und Tagespresse

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