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31. Dezember 1946

Wie das "Fringsen" entstand

Wegen der immer noch großen Beschädigungen am Dom hält EB Kardinal Frings seine Jahresschluss Andacht in der Kirche St. Engelbert ab. In seiner Predigt spricht er die große Not während dieses strengen Winters an und sagt dann in Verbindung mit dem 6. Gebot ("Du sollst nicht stehlen!"): "Wir leben in Zeiten, da auch der einzelne das wird nehmen dürfen, was er zur Erhaltung seiner Gesundheit notwendig hat, wenn er es auf andere Weise, seine Arbeit oder durch Bitten nicht erlangen kann."

Dabei müsse man sich in höchster Not befinden, dürfe den Geschädigten nicht in gleiche Not bringen und bleibe zum Schadenersatz verpflichtet. Die Äußerungen werden allgemein als Freibrief zumal für das Einsammeln und auch das "Stehlen" von Braunkohlenbriketts aufgefasst, die mit Zügen aus dem Braunkohlenrevier transportiert werden und teilweise für die Besatzung bestimmt sind. Diese Art des Stehlens, an manchen Tagen bis zu 900 Tonnen, wird alsbald "Fringsen" genannt. Die Predigt findet weit über Köln hinaus Beachtung.

Nach dem Krieg

Quelle: Gesehen, gehört, erzählt von / Foto: © Rudolf Picht +

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