In einer von der Ortsgruppe Köln-Poll der NSDAP veranstalteter öffentlicher Versammlung im Saale Nothelfer in Poll
sprach der Kreisleiter Dr. Krämer. Der Kreisleiter wies zunächst auf die materielle Erstarkung Deutschlands hin, die es nach außen sichere
und lenkte dann das Augenmerk seiner Hörer auf die allgemeinen Verhältnisse im Inneren unseres Vaterlandes. Überall wo man hinsehe,
sei wieder Leben und Arbeit. Und doch der Haupterfolg sei, so führte Dr. Krämer unter anderem weiter aus, daß wir wieder einig geworden
sind und in unserem Denken, Fühlen und Handeln. Bei aller Anerkennung der Bedeutung der wirtschaftlichen, militärischen und anderen
Errungenschaften dürfen wir nicht übersehen, daß die Grundlage für all dieses wachsen die geistige Einigkeit gewesen sei. Zu dieser
Einigkeit seien wir gekommen, weil entsprechend dem Willen nach der Machtergreifung bei uns der umgekehrte Weg eingeschlagen worden
sei wie im bolschewistischen Rußland. Dort Gewalt und Terror, hier Erziehung, Appel an die Einsicht und den Willen, freilich Appel
an das Wahre im deutschen Menschen selber. Und so sei das deutsche Volk freiwillig dem Führer aus ehrlichem Herzen gefolgt. Diese
fast 70 Millionen Deutsche hätten, als sie einmal die Wahrheit erkannt, die Konsequenzen gezogen und ihre Pflicht, von wenigen Ausnahmen
abgesehen, gewissenhaft erfüllt. Niemand dürfte aber annehmen, daß es etwa auf ihn nicht ankomme, möge sein Posten noch so klein sein.
Darüber müssen wir uns klar sein, sagte der Kreisleiter, ohne den Führer wäre wir nichts; aber wenn nicht jeder einzelne von uns mitmacht,
kann er seine Ziele nicht erreichen. Dr. Krämer kam dann auf die hohe sittliche Würdigung zu sprechen, die wir heute der Arbeit entgegenbringen.
So bedeutungsvoll der Verdienst sei, man wisse, das sei nicht das Entscheidende. Die Arbeit etwas wie eine religiöse Moral, erhalten:
Wenn ich meinem Volke diene durch meine Arbeit, so diene ich Gott. Und wie im Beruf, erklärte der Redner, so haben bis auf verschwindende
Ausnahmen bis die Volksgenossen auch im privaten Leben ihre Pflicht getan, wie das z. B. die Sammlungen bewiesen. In diesem Zusammenhang
berührte der Kreisleiter auch das Verhältnis der Bewegung zu den Konfessionen. Wir fragen nur: Bist du ein anständig Kerl? Dienst du Gott, indem du deinem Volke dienst? Wenn das so ist, dann sage wir: Gehe deine Wege auf konventionellem Gebiet, wie du willst. Ebenso soll aber auch jeder, der gewissenhaft seine Pflicht seinem Volke gegenüber ausübt und nicht in die Kirche geht, keinen Schaden erleiden. Der Kreisleiter setzte sich dann mit einigen einseitigen Verheißungen aus traditionellem Lager kurz auseinander.
Schließlich streifte er noch den Vierjahresplan. Das Ziel des ersten Vierjahresplans, die politische Freiheit für das deutsche Volk, sei erreicht worden. Durch den zweiten Vierjahresplan sollte die wirtschaftliche Freiheit und die Ernährungssicherheit des Volkes erreicht werden. Der Kreisleiter beleuchtete die Frage der sozialen Förderung der Massen. Er setzte klar auseinander, wobei er Beispiele anführte, daß Lohnerhöhungen ohne Steigerung der Erzeugung praktisch keine Lohnerhöhung sei. Denn entsprechend der Lohnerhöhung werde der Preis für die Ware erhöht. Der Lohnerhöhung folge demnach, allgemein genommen, der einzelne könne vielleicht für kurze Zeit mehr verdienen, die entsprechende Verteuerung der Lebenshaltung. Man müßte also von neuem den Lohn erhöhen. Die Kette reiße nicht ab. Dr. Krämer wies dabei auf das Beispiel in Frankreich hin. Eine Volkswirtschaft kann nicht mehr verteilen, als sie habe.
Der Kreisleiter gab dann noch einen Ausblick auf die außenpolitische Lage. Seine Schlußworte waren Gelöbnis und Mahnung: Im heiligen Glauben, das Gott uns den Führer gesandt hat, wollen wir unsere Pflicht tun im Beruf und Privatleben, so gewissenhaft, als ob der Führer neben uns stünde!
Quelle: 16. April 1937 / Kölnische Zeitung
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